Sarina Ravens und Jens Bosse haben am 30. April 2020 im Präsidium der MHH ihre Ernennungsurkunden entgegen genommen. Sie besetzen nun seit Mai die ersten Professuren, die aus Mitteln des Exzellenzclusters RESIST finanziert werden.

Professorin Dr. Sarina Ravens ist jetzt Professorin für Systemische Humanimmunologie. Die 34-Jährige hat auch bisher schon die RESIST-Forschungsprojekte B3 und B5 mit aufgebaut und geleitet. Sie widmet sich mit ihrer Arbeitsgruppe im MHH-Institut für Immunologie im Rahmen ihrer Professur den B- und T-Zellen des Immunsystems und untersucht, wie sich diese weißen Blutkörperchen in Abhängigkeit von Umweltfaktoren und des Alters funktionell anpassen.

Sarina Ravens hat ihren Master in Biomedizin an der MHH absolviert und 2014 an der Université de Strasbourg promoviert. Seit 2015 forscht sie im Institut für Immunologie der MHH. „Ich analysiere mit meinem Team in enger Zusammenarbeit mit weiteren RESIST-Arbeitsgruppen die Vielfalt an Antigen-Rezeptoren und Genexpressionsmuster von B- und T-Zellen in relevanten Patientenkohorten wie zum Beispiel in der Kohorte mit Frühgeborenen, die von der MHH-Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie rekrutiert wird“, erläutert die 34-Jährige. Dazu nutzt sie spezielle Hochdurchsatz-Sequenziertechnologien und bioinformatische Methoden. So will sie unter anderem herauszufinden, wie Darmbakterien und Infektionen die Fitness von Immunzellen in der frühen Kindheit beeinflussen und wie dies mit der Anfälligkeit für Infektionen im Laufe des Lebens verbunden sein kann. Ihr langfristiges Ziel ist ein besseres Verständnis der Infektanfälligkeiten von Patienten mit geschwächtem Immunsystem, damit bessere Therapieansätze entwickelt werden können.

Jens Bosse hat nun die Juniorprofessur für Quantitative und Molekulare Virologie inne. Sein Team ist die erste MHH-Gruppe am Center for Structural Systems Biology (CSSB) in Hamburg, einer gemeinsamen Initiative von neun Wissenschaftspartnern aus Norddeutschland. Professor Bosses Gruppe wird vom MHH-Institut für Virologie gestellt und vom Heinrich-Pette-Institut, Leibniz Institut für Experimentelle Virologie (HPI) unterstützt.

Jens Bosse erforscht, wie der Zusammenbau einzelner Viruspartikel in infizierten Zellen zeitlich und räumlich koordiniert ist und welche viralen und zellulären Faktoren dabei eine Rolle spielen. Insbesondere interessieren ihn Herpesviren. Für seine Forschungen nutzt und entwickelt der 38-Jährige mit seinem Team hochsensitive Lebendzell-Mikroskopiesysteme. Schon seit Jahren kooperiert er mit RESIST-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern.

Jens Bosse hat molekulare und angewandte Biotechnologie in Aachen studiert und 2011 am Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Anschließend forschte er an der Princeton University, New Jersey, USA. Seit 2016 leitet er die Gruppe „Quantitative Virologie“, die am HPI angesiedelt ist und in Kürze ins CSSB umziehen wird. „Dort kann ich mit meinem Team besonders gut neuste strukturbiologische Ergebnisse mit Daten zur Dynamik der Virusvermehrung in lebenden Zellen zusammenführen, und so Schwachpunkte im viralen Lebenszyklus als Ansatzpunkte für neue antivirale Wirkstoffe identifizieren“, sagt er.

Kontact:
Professor Dr. Sarina Ravens: Ravens.sarina@mh-hannover.de
Professor Dr. Jens Bosse: Bosse.Jens@mh-hannover.de

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