Der Masterstudiengang „Biomedizinische Datenwissenschaft“ hat vom 27. bis 29. April 2022 das Luxembourg Center for Systems Biomedicine (LCSB) besucht – ein Text von Dr. Adrian Schulz:

Am Mittwochmorgen, den 27.04.2022, fand sich am Hauptbahnhof in Hannover eine Gruppe aus Studierenden des Masters „Biomedizinische Datenwissenschaft“ der MHH voller Vorfreude zusammen. Endlich sollte die von der Joachim Herz Stiftung geförderte Exkursion an das Luxembourg Center for Systems Biomedicine (LCSB) beginnen.

Doch zuerst galt es, die Bahnreise von rund 8 Stunden möglichst kurzweilig zu gestalten. Die Studierenden des onlinebasierten Masterstudiengangs, die sich üblicherweise nur in den kurzen Präsenzphasen an der MHH persönlich begegnen, nutzten die Gelegenheit, um sich besser kennenzulernen. Bei Kartenspielen und angeregten Diskussionen verging die Zeit wie im Fluge. Nach der Ankunft am Campus der Universität Luxemburg in Belval, der vor den Toren der Stadt Luxemburg liegt, ließ die Reisegruppe den Abend noch gemütlich ausklingen.

Am darauffolgenden Morgen ging es vom Hotel aus zum fußläufig erreichbaren LCSB, wo das durch die Gastgeber vorbereitete Programm startete. Die Themen waren dabei in mehrere Sessions unterteilt, zwischen denen Zeit für Austausch bei Kaffee und Snacks blieb. Die breite Expertise, die am LCSB vertreten ist, zeigte sich auch in der Vielseitigkeit der Programmpunkte: Datenwissenschaftliche Pipelines und deren Implementierung, die Programmiersprache „Julia“ für High Performance Computing und das Datenvisualisierungstool „Ada“ waren nur einige Themen des ersten Tages. Ein zentrales Motiv der Veranstaltungen war die Umsetzung der R3- und FAIR-Prinzipien. Hierbei handelt es sich um Prinzipien des nachhaltigen und transparenten Umgangs mit Forschungsdaten, mit denen der Reproduzierbarkeitskrise in den Biowissenschaften begegnet werden soll. Eine weitere Gemeinsamkeit der Vorträge war der Fokus auf transparente Open-Source-Software. Ebenfalls wurde Wert darauf gelegt, die Zuhörenden für typische Fallstricke beim Management von datenwissenschaftlichen Projekten zu sensibilisieren.

Nach einem intensiven und spannenden Tag am Institut fand ein Spaziergang über das Campusgelände statt, bei dem die Gastgebenden viel über die Geschichte des Ortes zu berichten wussten. Der noch junge Campus in Belval wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Stahlwerks gebaut und wird durch die Kombination von alten Stahlwerksgebäuden mit modernster Architektur zu einem einzigartigen Erlebnis. Im Anschluss an den Spaziergang kehrte die internationale Gruppe in einem Restaurant ein. Nicht nur das hervorragende Essen, sondern auch der Austausch zwischen den Studierenden und dem Luxemburger Team trug zu einem wunderbaren Abend bei.

Am Morgen des zweiten und letzten Tages am LCSB bestand die Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit verschiedenen Anwendungen zu sammeln. Die Software „KNIME“ wurde verwendet, um Datenbereinigungspipelines zu erstellen, die nachvollziehbar und zuverlässig reproduzierbar sind. Außerdem wurde die am Standort entwickelte Disease-Map der Parkinsonerkrankung präsentiert und von den Studierenden ausprobiert. Hierbei handelt es sich um eine interaktive Darstellung des verfügbaren Wissens zu molekularen Mechanismen der Parkinsonerkrankung. Nach den praktischen Einheiten ging die Exkursion bei einem gemeinsamen Mittagessen bei bestem Wetter auf der Dachterrasse zu Ende. Alle Beteiligten kamen zu dem Schluss, dass die Exkursion ein voller Erfolg war. Und wer weiß – vielleicht wird es nicht die letzte Exkursion an das LCSB gewesen sein.

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