Mit den Programmen „Maternity Leave“ und „Re-Entry“ unterstützt RESIST gezielt Wissenschaftlerinnen, die Schwangerschaft, Familie und anspruchsvolle Forschungstätigkeit miteinander zu vereinbaren. Zwei Beispiele aus der Dermatologie und der pädiatrischen Pneumologie zeigen, wie diese Förderung konkret wirkt.

Kontinuität im Labor: Unterstützung für Dr. Rebecca Pospich

Dr. rer. nat. Rebecca Pospich forscht in der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Werfel und PD Dr. Lennart Rösner. Ihr wissenschaftlicher Fokus liegt auf der Untersuchung von Patientenproben bei Neurodermitis sowie bei kutanen T-Zell-Lymphomen. Dabei arbeitet sie regelmäßig mit bakteriellen Erregern wie Staphylokokken, untersucht komplexe Immunreaktionen und nutzt radioaktive sowie weitere Gefahrstoffe im Labor.

Gerade diese Tätigkeiten sind während der Schwangerschaft jedoch nur eingeschränkt möglich. Arbeiten im S2-Labor sowie der Umgang mit Bakterien oder radioaktiven Substanzen unterliegen den Regelungen des Mutterschutzgesetzes. Bestimmte experimentelle Arbeiten durfte sie daher vorübergehend nicht selbst durchführen.

Damit ihre Projekte dennoch ohne Verzögerung weiterlaufen konnten, erhielt sie – neben der Mitwirkung der laborinternen technischen Assistentinnen Gabriele Begemann und Petra Kienlin – Unterstützung durch ihre Doktorandin Lara Weisel. Sie übernahm die Laborarbeiten mit Gefahrstoffen und Patientenproben übernahm und führte das Projekt im Anschluss als studentische Hilfskraft fort.

Finanziert wurde diese Unterstützung über die RESIST-Programme „Maternity Leave“ und „Re-Entry“. So konnten Experimente, Probenanalysen und die Rekrutierung von Patientinnen und Patienten nahtlos fortgeführt werden.

Ein zentrales Element ihrer Arbeit ist die Zusammenarbeit mit Dr. med. Aylin Sara Kabatas aus dem Hauttumorzentrum. Dort werden in der Lymphom-Sprechstunde potenzielle Studienteilnehmende aufgeklärt und Proben gesammelt, auch hier unterstützte Lara Weisel maßgeblich. Parallel dazu besteht eine enge Kooperation mit der Mikrobiologie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dirk Schlüter. Patientenproben können direkt dorthin weitergeleitet und vor Ort durch Kerstin Ellrot, Birgit Brenneke und Christiane Reineke analysiert sowie einzelne Stämme isoliert und gesammelt werden.

Für Frau Dr. Rebecca Pospich ist die Förderung entscheidend: Sie konnte während der Schwangerschaft auf gefährdende Tätigkeiten verzichten, ohne dass ihre Forschung ins Stocken geriet, und fand zugleich gute Voraussetzungen für den späteren Wiedereinstieg.

Zeit für Daten und Publikationen: Re-Entry für PD Dr. Katarina Schütz

Auch PD Dr. med. Katharina Schütz profitiert von der Förderung. Sie ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt pädiatrische Pneumologie undAllergologie. Als Kinderpneumologin und Allergologin betreut sie vor allem Kinder mit seltenen und chronischen Lungenerkrankungen, viele von ihnen über Jahre hinweg bis ins junge Erwachsenenalter.

Da über viele dieser Erkrankungen bislang nur wenig bekannt ist, verbindet sie klinische Versorgung und Forschung eng miteinander. Ziel ist es, Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und individuell passende Therapien zu entwickeln. Als Clinician Scientist arbeitet sie translational, Erkenntnisse aus der Forschung fließen direkt in die Patientenversorgung zurück.

Die größte Herausforderung sieht sie in der Vereinbarkeit von Klinik, Forschung und Familie. Neben ihrer intensiven klinischen Tätigkeit initiiert sie neue Studien, rekrutiert Patientinnen und Patienten und bringt Projekte organisatorisch auf den Weg. Häufig bleibt dabei jedoch sehr wenig Zeit für die Auswertung bereits erhobener Daten.

Bereits 2020 war PD Dr. Schütz für ihre Tätigkeit im Rahmen von RESIST für ein Jahr freigestellt, finanziert durch RESIST. Im Zuge dieser Förderung erhielt sie die Möglichkeit, das Re-Entry-Programm in Anspruch zu nehmen.

Im Rahmen des Programms wurde sie für ein Jahr durch studentische Hilfskräfte unterstützt. Diese bereiten klinische Daten systematisch auf, bündeln Informationen aus unterschiedlichen Datentabellen und Programmen und schaffen so die Grundlage für wissenschaftliche Publikationen. Die Studierenden arbeiten jeweils projektbezogen über mehrere Monate an klar definierten Aufgaben mit festen Deadlines. Das Modell funktioniert laut PD Dr. Schütz sehr gewissenhaft und zuverlässig, auch wenn jede neue Hilfskraft zunächst eingearbeitet werden muss. Ein Vorteil ist, dass die Hilfskräfte projektbezogen und damit zeitlich flexibel arbeiten können, was für die Vereinbarkeit von klinischer Arbeit, Forschung und Familie sehr wichtig ist.

Flexible Förderung in verschiedenen Lebensphasen

Die RESIST-Programme „Maternity Leave“ und „Re-Entry“ bieten Wissenschaftlerinnen, die in RESIST beteiligt sind, gezielte Unterstützung in unterschiedlichen Phasen. Während sich „Maternity Leave“ an schwangere Forscherinnen richtet und sie in dieser Zeit begleitet, unterstützt „Re-Entry“ Mütter beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit. In beiden Förderlinien besteht die Möglichkeit, entweder eine technische Assistenz für Laborarbeiten oder eine studentische Hilfskraft, etwa für Datenauswertungen oder organisatorische Aufgaben, zu finanzieren. So kann die Unterstützung individuell an den jeweiligen Bedarf angepasst werden.

Die Beispiele von Dr. Rebecca Pospich und PD Dr. Katarina Schütz zeigen, wie entscheidend diese Förderung ist: Sie ermöglicht Kontinuität in anspruchsvollen Forschungsprojekten, sichert wissenschaftliche Ergebnisse und schafft gleichzeitig Rahmenbedingungen, die Familie und Karriere in der Wissenschaft vereinbar machen.