Der Exzellenzcluster RESIST hat auf der 2. Internationalen Konferenz für Individualisierte Infektionsmedizin in Hannover zentrale wissenschaftliche Akzente gesetzt. Die Konferenz, die vom 19. bis 21. März 2026 im Schloss Herrenhausen stattfand, brachte rund 160 internationale Expertinnen und Experten aus Forschung und Klinik zusammen, um neue Ansätze für Prävention, Diagnostik und Therapie von Infektionskrankheiten zu diskutieren.
Mit einer eigenen wissenschaftlichen Session war RESIST prominent im Programm vertreten und unterstrich seine Schlüsselrolle in der Erforschung von Infektionsresistenzen und der Entwicklung innovativer Therapiestrategien. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Kathrin de la Rosa bot die Session vielfältige Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten des Clusters.
Zu den Höhepunkten zählten Beiträge führender RESIST-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler: Prof. Dr. Markus Cornberg beleuchtete die Rolle von Gamma-Delta-T-Zellen als neue Effektoren in der Immunantwort bei chronischer Hepatitis B. Prof. Dr. Nataliya Di Donato stellte neueste Erkenntnisse zur Genomik von Immundefekten vor, während Prof. Dr. Lars Dölken Mechanismen viraler Immunflucht am Beispiel von HSV-1 und Influenza-Viren präsentierte. Darüber hinaus zeigte Prof. Dr. Till Strowig die Bedeutung bakterieller Wechselwirkungen in komplexen Mikrobiomen auf.
Die Beiträge verdeutlichten eindrucksvoll, wie RESIST grundlegende Mechanismen von Resistenzentwicklungen entschlüsselt und daraus neue therapeutische Ansätze ableitet. Insbesondere die Verbindung von molekularbiologischer Grundlagenforschung mit klinischer Anwendung stand dabei im Fokus.
Auch das übergreifende Konferenzprogramm spiegelte die Dynamik des Forschungsfeldes wider: Eröffnet durch ein Grußwort des niedersächsischen Wissenschaftsministers Falko Mohrs und führende Vertreter zentraler Institutionen, umfasste es 28 Fachvorträge, darunter sieben Keynotes, sowie zahlreiche thematische Sessions. Dabei stand neben dem internationalen Austausch insbesondere die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Fokus.
Zugleich wurde deutlich, wie entscheidend die enge Verzahnung von Grundlagenforschung, klinischer Expertise und datengetriebenen Methoden für den Fortschritt ist. Das Centre for Individualised Infection Medicine (CiiM), getragen von MHH und HZI, verfolgt genau diesen translationalen Ansatz, um Forschung schneller in die Anwendung zu überführen. In enger Zusammenarbeit mit RESIST sowie Initiativen wie CAIMed entstehen so neue Perspektiven für präzisere Diagnostik und maßgeschneiderte Therapien.
Die Konferenz zeigte insgesamt, dass individualisierte Infektionsmedizin ohne ein tiefes Verständnis von Resistenzmechanismen nicht denkbar ist. Hier leistet RESIST einen entscheidenden Beitrag: Durch die enge Verzahnung von Forschung, Klinik und innovativen Methoden treibt der Cluster die Entwicklung personalisierter Strategien maßgeblich voran.
Zum gesamten Beitrag über die Konferenz gelangen Sie hier.
Gesamtes Programm.
Foto: CiiM